Veröffentlicht im Kunstgriff Magazin April 2018

2. April 2018 Uncategorized
Es ist ein wunderschöner Wintertag als ich vor dem ehemaligen Binoth- Kaufhaus in Otterberg stehe und durch die Schaufenster schaue.
Vorn, vom Verein „KulturArt“ hübsch dekoriert, erkennt man durch das frisch geputzte Glas, dass da hinten dran eine Baustelle ist.
Noch sehr gut kann ich mich daran erinnern, wie ich in der Mittagspause einfach mal durch die Damenabteilung geschlendert bin,
meist etwas Hübsches zum Anziehen gefunden und Freunde getroffen habe mit denen ich ein wenig plaudern konnte.
Dann wurde es plötzlich geschlossen; stand jahrelang leer.
Ich treffe Denny Kirstein. In Otterberg ist er bekannt als Hörakustiker und 1. Vorsitzender im Werbekreis.
Er hat das Gebäude vor kurzem gekauft und scheint große Pläne damit zu haben, glaubt man den Gerüchten im Ort. Ich will mir gerade noch einen Kaffee beim Bäcker nebenan holen,
als ein schlanker, großgewachsener Mann auf mich zukommt und mich freundlich mit einem „Oh Sie sind ja auch schon da“, begrüßt.
Kurze Zeit darauf stehen wir im Erdgeschoss. Riesig wirkt das Stockwerk, so ganz ohne Kleiderständer und Umkleidekabinen, die nun abmontiert in der Ecke stehen.
Hier wird ein kleines Einkaufs- Zentrum entstehen“, sagt er und dreht sich dabei einmal um seine eigene Achse. Es gäbe bereits verschiedene Anfragen von diversen Gewerken;
ganz entschieden habe er sich aber noch nicht, denn er möchte, dass das große Gebäude im Herzen der Stadt wieder zum Mittelpunkt der Otterberger werde. „
Das Haus soll wieder voller Leben sein“, fährt er fort, „eine Stätte wo man sich trifft.“ Aus diesem Grund werde es hier auch eine Gelegenheit geben,
wo man zum Mittag Kleinigkeiten aus der lokalen Küche genießen und bei einem frischen Kaffee oder Tee sich entspannt mit seinen Geschäftspartnern und Freunden in der Lunch Lounge  austauschen könne.
Lunch Lounge “ wiederhole ich und muss ein wenig über diesen Zungenbrecher lachen.
Wir bewegen uns auf die raumgreifende Treppe zu, die zum 1. Stock führt. „Hier kommt die Anmeldung hin“, sagt es und zeigt nochmal nach unten.
Ich schaue ihn fragend an und während wir nach oben gehen, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter des Business Center Otterberg (so wird das ehemalige Kaufhaus in Zukunft heißen),
dass in diesem Stockwerk Büro- Räume entstehen werden. Einige wird er fest vermieten, andere wird er, z.B. für Start Up`s, tageweise anbieten. Während wir durch den knapp 400 qm großen Raum laufen zeigt er zur anderen Seite.
„Hier entsteht ein Konferenzraum“. Sowohl die Mieter des Gebäudes, als auch Externe könnten diesen buchen. Jetzt verstehe ich auch den Grund für den Anmeldeschalter im Erdgeschoss;
nicht nur dass hier die Kunden des Bürocenters in Empfang genommen werden, es wird auch einen Telefon- und Postannahme- Service geben. Zu guter Letzt zeigt er mir noch die Terrasse, wo man als Mieter im Sommer seine Mittagspause verbringen könne.
Mit einem „ich freue mich schon auf die Eröffnung im…? Verabschiede ich mich ebenfalls und hoffe noch auf eine letzte Antwort die prompt kommt.  „Sommer“, sagt er, lacht und ruft mir beim Gehen noch ein „vermutlich Juni“, hinterher.