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Es ist ein wunderschöner Wintertag als ich vor dem 
ehemaligen Binoth- Kaufhaus in Otterberg stehe und durch 
die Schaufenster schaue.
Vorn, vom Verein „KulturArt“ hübsch dekoriert, erkennt man
durch das frisch geputzte Glas, dass da hinten dran eine 
Baustelle ist.
Noch sehr gut kann ich mich daran erinnern, wie ich in der 
Mittagspause einfach mal durch die Damenabteilung 
geschlendert bin, meist etwas Hübsches zum Anziehen gefunden 
und Freunde getroffen habe mit denen ich ein wenig plaudern 
konnte.
Dann wurde es plötzlich geschlossen; stand jahrelang leer.
Ich treffe Denny Kirstein. In Otterberg ist er bekannt als
Hörakustiker und 1. Vorsitzender im Werbekreis.
Er hat das Gebäude vor kurzem gekauft und scheint große
Pläne damit zu haben, glaubt man den Gerüchten im Ort. 
Ich will mir gerade noch einen Kaffee beim Bäcker nebenan
holen,
als ein schlanker, großgewachsener Mann auf mich zukommt
und mich freundlich mit einem „Oh Sie sind ja auch schon 
da“, begrüßt.
Kurze Zeit darauf stehen wir im Erdgeschoss. 
Riesig wirkt das Stockwerk, so ganz ohne Kleiderständer
und Umkleidekabinen, die nun abmontiert in der Ecke stehen.

Hier wird ein kleines Einkaufs- Zentrum entstehen“, sagt er
und dreht sich dabei einmal um seine eigene Achse.
Es gäbe bereits verschiedene Anfragen von diversen Gewerken;
ganz entschieden habe er sich aber noch nicht, 
denn er möchte, dass das große Gebäude im Herzen der Stadt
wieder zum Mittelpunkt der Otterberger werde. „

Das Haus soll wieder voller Leben sein“, fährt er fort,
"eine Stätte wo man sich trifft.“ Aus diesem Grund werde 
es hier auch eine Gelegenheit geben,
wo man zum Mittag Kleinigkeiten aus der lokalen Küche 
genießen und bei einem frischen Kaffee oder Tee sich 
entspannt mit seinen Geschäftspartnern und Freunden in
der Lunch Lounge  austauschen könne.
„Lunch Lounge “ wiederhole ich und muss ein wenig über
diesen Zungenbrecher lachen.
Wir bewegen uns auf die raumgreifende Treppe zu, 
die zum 1. Stock führt. „Hier kommt die Anmeldung hin“,
sagt es und zeigt nochmal nach unten.
Ich schaue ihn fragend an und während wir nach oben gehen,
erklärt der geschäftsführende Gesellschafter des 
Business Center Otterberg (so wird das ehemalige Kaufhaus
in Zukunft heißen),
dass in diesem Stockwerk Büro- Räume entstehen werden.
Einige wird er fest vermieten, andere wird er, z.B. 
für Start Up`s, tageweise anbieten. Während wir durch den
knapp 400 qm großen Raum laufen zeigt er zur anderen Seite.
„Hier entsteht ein Konferenzraum“. Sowohl die Mieter 
des Gebäudes, als auch Externe könnten diesen buchen.
Jetzt verstehe ich auch den Grund für den Anmeldeschalter
im Erdgeschoss; nicht nur dass hier die Kunden des 
Bürocenters in Empfang genommen werden, es wird auch einen
Telefon- und Postannahme- Service geben. Zu guter Letzt 
zeigt er mir noch die Terrasse, wo man als Mieter im Sommer
seine Mittagspause verbringen könne.

Mit einem „ich freue mich schon auf die Eröffnung im…? 
Verabschiede ich mich ebenfalls und hoffe noch auf eine
letzte Antwort die prompt kommt. 
„Sommer“, sagt er, lacht und ruft mir beim Gehen noch ein
„vermutlich Juni“, hinterher.

veröffentlich im Kunstgriff Magazin April 2018